Warum Effizienz Innovation killt, die Wahrheit über Kohlenhydrate und warum wir mehr Ablehnung brauchen
BRAIN GAINS #070: Nicht nachdenken, ausreichend Zucker, Ablehnung
Hello :)
Newsletterausgabe Nr. 70: Ein Buch, das heute zum ersten und vermutlich letzten Mal im Newsletter vorkommen wird, die “Wahrheit” über Kohlenhydrate und Tipps für junge Männer von Scott Galloway und Andrew Huberman.
Viel Spaß beim Lesen! 🤗
🤔 Nicht immer die Stirn runzeln
In den vergangenen Wochen habe ich das Buch “The Challenger Sale” von Matthew Dixon und Brent Adamson gelesen. Für mich persönlich kein Buch, das mir als absolutes Highlight in Erinnerung bleiben wird. Weil es zudem auch stark auf Personen zugeschnitten ist, die vertrieblich arbeiten und somit eher die Minderheit der Leserschaft hier abholen würde, belasse ich es vermutlich bei diesem einen Newsletterabschnitt.
Im Buch werden zwei Arten des Denkens beschrieben:
Narrowing thinking: Welche der existierenden Optionen ist die Beste?
Opening thinking: Welche Lösungen existieren darüber hinaus?
Narrowing thinking sorgt für Effizienz. Opening thinking ist kritisch für Innovation.
Vermutlich erzähle ich Dir nichts Neues, wenn ich Dir sage, dass wir zunehmend zu “narrowing thinking” neigen.
Sechs Prinzipien verstärken diese Tendenz:
Pragmatismus-Falle (Practicality Bias): Alles, was zunächst unrealistisch erscheint, wird sofort eliminiert als Option.
Bestätigungsfehler (Confirmation Bias): Was nicht sofort selbst erklärt werden kann, ist unangenehm für das Gehirn und wird somit ignoriert.
Übertragbarkeitsfehler (Exportability Bias): Was bei Problem A nicht funktioniert hat, kann bei Problem B auch nicht funktionieren.
Traditionsfehler (Legacy Bias): Hat damals schon funktioniert, funktioniert auch jetzt.
Fehler der erstbesten Erklärung (First Conclusion Bias): Man verliebt sich in seine erste Erklärung und hört auf, über die zweite und dritte Option nachzudenken.
Projektionsfehler (Personal Bias): Wenn ich es persönlich nicht kaufen würde, kauft es auch kein Kunde.
Wer “Schnelles denken, langsames denken” von Daniel Kahneman gelesen hat, kennt nicht nur einige dieser Prinzipien bereits, sondern weiß auch, dass sie ihren Zweck erfüllen. Sie vereinfachen unser Leben, weil wir nicht ständig die Stirn runzeln müssen. Unsere Denkkapazitäten sind beschränkt.
Wenn man jedoch ins Denken kommen muss, ist es hilfreich, die Prinzipien zu kennen. Denn es geht nicht darum, sie gänzlich aus seinem Denken zu entfernen, sondern sich in den richtigen Momenten den Spiegel vorhalten zu können und zu erkennen, dass man gerade einem der Prinzipien verfällt.
Denn nur wer sich selbst beim Anwenden der Prinzipien erwischt, kann auch etwas daran verändern.
👼🏼 Kohlenhydrate sind Teufel und Engel zugleich 😈
“Kohlenhydrate machen dick!”, “Ohne Kohlenhydrate hat man keine Energie!”, “Nur am Abend sollte man auf Kohlenhydrate verzichten”, (…)
Wenn es um Makronährstoffe geht, kursieren ohnehin stets viele Halbwahrheiten. Besonders viele gibt es allerdings beim Thema Kohlenhydrate, weshalb ich die Ausführungen von Dr. David Unwin in der Podcastfolge “Diary of a CEO” recht hilfreich fand, um einmal aufzuzeigen, wann Kohlenhydrate nun wirklich schlimm sind.
Wenn wir Kohlenhydrate zuführen, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Die Aufgabe von Insulin klingt zunächst einmal sehr sinnvoll: Es sorgt dafür, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu drücken, wo er wiederum als Energie genutzt wird.
Problematisch wird es, wenn die Zellen satt sind und keinen Zucker mehr brauchen. Dann wird der Überschuss im Fettgewebe gespeichert. Gestartet wird zunächst am Bauch. Danach wird bei der Leber weitergemacht mit der Fettanlagerung. Man spricht deshalb im fortgeschrittenen Stadium auch von einer “Fettleber”.
Eine Fettleber blockiert den Insulin-Arbeitsmechanismus, wodurch die sogenannte Insulinresistenz entsteht: Insulin verliert an Kraft und kann den Zucker schlechter in die Zellen befördern → Blutzuckerspiegel steigt dauerhaft an → Krankheitsbild Typ-2-Diabetes ist erreicht.
Fazit: Kohlenhydrate bzw. Zucker sind nur dann schlimm, wenn wir sie nicht verbrauchen. Rund ums Training, in einer Diät oder ohne Kalorienüberschuss sind sie also definitiv dein Freund. Gefährlich wird es nur, wenn man in einem Kalorienüberschuss zu sehr mit dem Zucker übertreibt.
(Not so) Fun Fact: Selbst in einem Kalorienüberschuss ohne Kohlenhydratzufuhr (ketogen) lagert man Fett an, weil überschüssiges Protein durch die Gluconeogenese ebenfalls in Zucker umgewandelt wird und überschüssiges Fett ohnehin einfach als Fett angelagert wird.
🎙️ Medienempfehlung der Woche
Wieder eine dieser Podcastfolgen, die ich wohl auch blind empfohlen hätte. Scott Galloway war bei Andrew Huberman zu Gast. Beides Personen, deren Podcasts ich sehr gerne und viel höre. Die beiden sprechen über die sich verändernde Rolle des Mannes, Verpflichtungen und Wege zu einem erfüllenden Leben.
Hier meine drei Key Takeaways:
Mehr Porno-Forschung: Scott Galloway hält Pornos für ein sehr gefährliches Phänomen unserer heutigen Zeit, da Männer und Frauen durch Pornographie das Verlangen verlieren, sexuelle Kontakte im echten Leben zu knüpfen, wodurch der Trend der Einsamkeit weiter zunimmt. Gleichzeitig ist das Feld untererforscht, weil kein Professor als der “Porno-Prof” bekannt werden möchte.
Junge Männer verschwenden Zeit: Durchschnittlich acht Stunden am Tag verbringen junge amerikanische Männer mit ihrem Smartphone, YouTube, Zocken und Pornographie. Acht Stunden, die sie laut Galloway für ein erfüllendes Leben eher in folgende drei Dinge investieren sollten:
Physische Stärke durch Workouts aufbauen
Geld außerhalb der eigenen vier Wände verdienen
Einer Gruppe oder Gemeinschaft beitreten, die einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet
Oder “Neins” abholen: Außerdem bemängelt er, dass wir inzwischen viel zu selten Ablehnung in der realen Welt erfahren. Er hält es für essenziell, möglichst früh zu realisieren, dass die Welt auch nach einem “Nein” am nächsten Tag noch dieselbe ist.
Ich wäre Dir wie immer sehr dankbar, wenn Du hier noch kurz für Dein Thema der Woche abstimmen könntest. Damit hilfst Du nicht nur mir, besser einschätzen zu können, welche Inhalte am spannendsten für die Leserschaft sind, sondern entscheidest auch aktiv mit, welcher Inhalt als “Thema der Woche” auf LinkedIn geteilt wird.
Vielen Dank! :)
Beste Grüße und einen guten Start in die neue Woche
Markus

